Stadtwerkevorstände haben Angst vor den eigenen BürgerInnen
"Wir sind enttäuscht über die Unbeweglichkeit der angeblich "neuen" Thüga AG und einen entscheidenden Teil der Stadtwerkevorstände in der KOM9". So die erste Reaktion aus dem Aktivenkreis der Bürgergenossenschaft Energie in Bürgerhand eG.
Die übereilte Presseerklärung der Badenova - unmittelbar nach der Absage der KOM9 an die Genossenschaft - lässt wenig Zeit die Absagegründe genauer zu analysieren. "Wir beobachten eine zunehmende Diszanzierung von Kom9/Thüga und der dort zusammengeschlossenen Stadtwerke vor ihren eigenen BürgerInnen und Kunden", so der Aufsichtsratsvorsitzende Michael Sladek.
Energie in Bürgerhand steht für einen konsequenten Ausstieg aus der Atomkraft, effizienten Klimaschutz, Bürgerbeteiligung, Dezentralisierung und Demokratisierung der Energiewirtschaft. Hierzu sind gemeinsame Anstrengungen der Stadtwerke notwendig, die nur mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort gelingen können.
Energie in Bürgerhand ist bereit, sich mit ganzer Kraft, dem Fachwissen seiner aktiven Mitglieder und großem Engagement als Partner der Stadtwerke dafür einzusetzen, das Vertrauen der Menschen zu gewinnen, damit eine ökologische und nachhaltige Energieversorgung schnellstmöglich umgesetzt werden kann. Hierfür stehen erhebliche finanzielle Mittel aus der Bürgerschaft zur Verfügung.
Kom9 will zwar das Geld, aber keinerlei direkte Beteiligung bei ihren Stadtwerken. Sie möchte Energie in Bürgerhand mit Genussscheinkapital ohne irgendeinen Einfluss abspeisen. "Das entspricht nicht der Zielsetzung von Energie in Bürgerhand, dafür haben uns die Menschen das Geld nicht zur Verfügung gestellt" betont Beya Stickel aus dem Vorstand der Genossenschaft.
Diese folgerichtige Haltung, dass sich das eingebrachte Kapital der Bürgerinnen und Bürger auch in den Gremien als Möglichkeit der Mitsprache und Einflussnahme wiederfinden muss, war offensichtlich das entscheidende Kriterium der Ablehnung. Eine Haltung, die weit entfernt von Bürgernähe ist.
Die jetzt erkennbaren Entwicklungen zeigen, dass bei Thüga - trotz anders lautender Bekenntnisse - kein wirkliches Interesse an einer Umstrukturierung des Energiemarktes besteht, um eine dezentrale Versorgungsstruktur mit ökologischer Ausrichtung konsequent anzugehen.
Damit verpasst die Thüga AG die Chance, sich nach der Befreiung aus dem E-ON Konzern deutlich von den bestehenden Energie-Kolossen abzuheben und eine echte Alternative anzubieten.
Energie in Bürgerhand ist überzeugt, dass eine moderne, innovative, dezentrale und nachhaltige Energieversorgung nur umgesetzt werden kann, wenn die Bürger mitgenommen werden. Bürger-Partizipation, verbunden mit einer finanziellen Beteiligung, die auch Verantwortung übernimmt, ist die zukunftsweisende Form, ökonomische und gleichzeitig ökologische Unternehmenspolitik nachhaltig umzusetzen.
Das lässt sich offensichtlich mit der Thüga AG derzeit nicht realisieren. Energie in Bürgerhand prüft deshalb zeitnah zahlreiche, sehr spannende Angebote, die sich voraussichtlich als geeigneter erweisen werden.
Kontakt:
Dr. Burghard Flieger
Vorstandsmitglied und
Geschäftsführer EiB eG
Tel. 0761/709023